Siehe dazu auch: Michael Fesca und Roland P. Runge
Patina
Aktion von Michael Fesca und Roland P. Runge
3. Mai 2000 - HfK Bremen | 30. Mai 2000 - Projektraum
Wie kann ein Gespräch, welches in der Logik der Sache ja selbst schon ästhetische Erfahrung ist, gezeigt werden?
Wird sich das ästhetische Erlebnis wie Patina absetzen?

Ablauf:
Ein Gespräch zweier Personen über die ästhetische Wirksamkeit eines Gespräches findet statt.
Dieses Gespräch wird aufgezeichnet.
Die Aufzeichnung wird mit umgekehrt verteilten Rollen vor Publikum vorgetragen.

Das aufgezeichnete Gespräch:
1.Person:
Ich denk das muß man einfach einbeziehn, daß es einfach ... äh ... das gehört dazu, ... das weiß ja auch jeder, daß ein Gerät mitgelaufen ist.
2.Person: Das erinnert mich jetzt total an den Baumkreis wieder, da haben wir dann immer darüber geredet, ob das dann anders ist, wenn man es aufnimmt z.B.
1.P.: ... hm... so... na klar kann man natürlich irgendwie ... kann`s sein, daß man irgendwann einfach total abschaltet, es halt mal vergißt, ... s`is halt relativ unwahrscheinlich, s prägt die Situation natürlich immer schon mit irgendwie ... manche sind das einfach gewohnt ....... darüber habe ich übrigens auch heute Morgen nachgedacht: über eure Baumkreisgeschichte ...
3.Person: Was?
1.P.: .... über eure Baumkreisgeschichte habe ich nachgedacht irgendwie, daß ich ...äh ... wie des ... war ... also ... es .................................................... ich hab mich gefragt, ob ihr euch damals einfach nicht ein bißchen blockiert habt damit irgendwie, daß ihr das Gefühl hattet, dieser Ort hat schon etwas, was ihr nur finden müßtet, ob das nicht auch ... äh ... oder was ihr nachvollziehen ... oder wo ihr euch einfühlen wolltet ... war doch damals auch so ein bißchen die These, daß ihr davon ausgegangen seid irgendwie, daß die Quelle irgendwie eine andere Geschichte ist als der Kreis, ich mein das ist ja auch leicht nachzuvollziehn, aber daß ihr davon ausgegangen seid, daß die Quelle eher der ist .. Ort ist, wo man, wo die Ruhe ist, wo man schweigt ...
2.P.: Wir haben halt die These in den Raum gestellt, daß Orte Qualitäten haben, ne ...
1.P.: ....ja .....
2.P.: das liegt ja auf der Hand ... ich mein ein Hochschulort z.B. ist ein anderer Ort als ein Supermarkt ... oder ?
1.P.: nein das ist klar, aber ich erinnere mich schon, daß es schon sehr stark gefärbt war, in die Richtung, daß ihr sehr stark auch an so mythologische Geschichten angeknüpft habt ...
2.P.: ... ja, ja .... ne Hochschule oder `n Supermarkt ist natürlich per se nicht mythologisch, aber wenn du jetzt sagst: Baumkreis und ne Quelle also dann haste ... dann biste natürlich ganz schnell an nem mythologischen Ort, denn diese Sachen sind natürlich aufgeladen ne ...
1.P.: ...hm ...
2.P.: ... aber darum ging es ja nicht unbedingt - andererseits, wenn du die Örtlichkeiten .. also, wenn du das beides unterscheiden willst in der Qualität, dann kann man ja im Verhältnis zum Supermarkt dazu sagen, liegen die Orte auch sehr nah beieinander und nicht nur räumlich, sondern auch: ... beides Natur - beide sind in Frankreich
1.P.: ... hm ...
2.P.: ... d.h. du hast viele Gemeinsamkeiten und was bleibt dann übrig, also unterm Strich, wo sind die Unterschiede - gut bei dem einen ist Wasser, beim anderen nich...
1.P.: ...hm ...
2.P.: ... und so ... und .. äh ... ja aber ... und dann noch zu gucken wie verhält man sich anders an den Orten, wenn die anders sind und so, ich mein das war ja unsere Untersuchung....
1.P.: .... hm .. hm ...
2.P.: ... daß wir da so in die mythologische Ecke geschoben worden sind, war nicht .... weiß ich nicht, das kam glaube ich auch viel von außen ...
1.P.: ... hm .. hm ...
2.P.: ... weil das auch gerne gesehen wird ... .... das ist nun mal nen Eichenkreis gewesen
1.P.: ... hm .. hm ...
2.P.: ... ob der deswegen schon faschistisch ist, nur weil der da ist ... mein ich, mein ich ja nur ...
1.P.: ... nein, aber das sind doch irgendwie ... das sind doch... solche Geschichten sind doch vom Faschismus nur gebraucht worden
2.P.: ...ja, eigentlich liegt das auf der Hand ... aber auch abgesehen davon, also ob, oder ob nicht, das is ja, .. der is ja nun trotzdem ,... der is nun ja einfach da ... und ... und ... die haben ja ihre eigene Qualität ...
1.P.: ... ja aber ...
2.P.: ...da nen Baum nicht faschistisch ist, glaube ich ... äh ... kann`s das ja nich sein ... irgendwie ...
1.P.: nee, das natürlich nich ... is klar ... ich mein wobei ... vielleicht wißt ihr einfach mehr darüber, was da für Zusammenhänge sind, also warum zum Beispiel solch ein Baumkreis existiert ... ich mein wir hatten es ja ein bißchen davon ... und ... es gibt da ja so Gerüchte, weshalb...., daß diese Juristen nur eben solche Bäume pflanzen durften .. daß es eben schon nen Grund hat ...
2.P.: ... hm ...hm . ja gut da weiß ich überhaupt nichts drüber ...
1.P.: ...hm ...ansonsten Baumkreis halt und welche Bedeutung die haben, da weiß ich nämlich auch nichts drüber
2.P.: ... hm (leise) ...
1.P.: aber klar ... ich meine im Grunde genommen ...äh ... is es eigentlich auch ...
2.P.: ... deswegen war ich ein bißchen .... war das ja auch bei uns diese Untersuchung, grade weil wir nicht viel drüber wußten ne ...
1.P.: ... hm ...
2.P.: ... deswegen, wir haben ja jetzt nicht recherchiert, wir hätten uns ja auch jetzt wochenlang in die Bibliotheken setzen können und darüber wirklich recherchieren ... und das muß man vielleicht sogar, is sogar die Frage ob man so was machen muß, weil dann wären wir natürlich gewappnet, ...
1.P.: ... hm ...
2.P.: ... wenn solche Sachen kommen ... ham wir halt nich, wir haben uns halt drauf eingelassen zu kucken, kriegt man das auch so raus ne ... das is ja auch dieses ... äm ... also über den eigenen Körper .... so . ne ... der da an dem Ort ja auch Natur ist ... und . äm ...
1.P.: ... hm .. hm ...
2.P.: ... was hat man da dann für nen Körpergefühl z.B. ...
1.P.: ... hm .. hm ....
2.P.: ... und kann man nich dadrüber mal auch ne ganze Menge vielleicht schon rauskriege, das war ja auch so der Sinn der Untersuchung
1.P.: ... hm ..hm ... ... wobei ich mein ihr habt das ja dann auch später verändert, weil ich mich ja auch schon gefragt hab, ob man nicht genauso gut an der Quelle auch reden könnte und es nicht über die Bäume ...
2.P.: ... ja, wir hatten beides, ... aber es ist irgendwie ... wir haben ja auch wirklich, .. wir haben ja auch gezweifelt, .. wir haben ja nicht einfach ... jetzt gesagt, das eine ist so, dann machen wir jetzt das, das andere ist so und dann machen wir jetzt das, sondern wir haben das ja auch die ganze Zeit .......
1.P.: ... hm ...
2.P.: ... aber irgendwie muß du anfangen ... wenn du was untersuchen willst ...
1.P.: ... das is klar, das muß man ... gut ... aber da seid ihr ja auch noch nicht so richtig weitergekommen ... das dann, .. wie das dann ... auch ... äh ... zeigbar wird oder so ...
2.P.: nee, die Arbeit ist auch noch nicht abgeschlossen.. obwohl ... ich ja auch noch dran weitergearbeitet habe ... die diese ... Betondinger ...
1.P.: ... stimmt, die hast du ja gemacht ...
2.P.: ... die stehn ... das is ja auch noch nicht beendet gewesen ...
1.P.: ... hm .. hm ...
2.P.: ... also das is ne Arbeit die kreist noch weiter ... vielleicht wird die noch irgendwie auf den Punkt gebracht ... .... Lebenswerk ....
1.P.: ... wolltest du die da hinstelle, oder mitnehmen ...
2.P.: .. ich wollte die da hinstellen ...in den Baumkreis ... ich wollte eigentlich die Orginale hier haben ... das war auch nochmal der Versuch das Ganze .. zu versuchen an einen anderen Ort zu bringen ... also Distanzierungsarbeit im Physischen sozusagen ( lacht ! ) ... wie kann man zum Beispiel den Baumkreis und die Quelle ... in Projektraum transportieren ... bzw. ... wie kann man hier ein Zeichen dafür setzen ... so ne ...
1.P.: ... hm .. hm ...
2.P.: ... und da hab ich ja dann auch gedacht, daß ich sozusagen das umdreh, das war ja sozusagen auch nur ein Teil diese Betonteile, ... daß ich sag, ich bring jetzt ... setz ein Zeichen für Holzklötze in den Baumkreis, indem ich die Orginale diese Baumstümpfe eben in Beton abgieße und dann wieder da hinstellen, wo sie vorher.. sowieso die Echten scho standen und dafür nehm ich die Echten mit und stell die z.B. inen Projektraum ... und beides ist etwas depl....... de-plaziert ... also so umgedreht würde es vielleicht besser passen ...
1.P.: ... hm ... na klar, natürlich ...
2.P.: ... ist die Frage, ob man`s dadurch zum Zeichen bringen kann ... für was ? ...
1.P.: ... und für was wird das zum Zeichen ? ...
2.P.: ... ich mein ...
1.P.: ... ja klar, ich mein, weil ... weil ... weil ... ich mein gut .... , wenn du die so gegenüber stellst, dann zeigt das ja irgendwie ... äm ... ja ... klar ... äh ... ne Form von ... s`legt die Vermutung nah, daß das ... äm ... ne Sitzgelegenheit war oder .. du hattest zwei gegenüber oder ? ...
2.P.: ... hm ..hm ...
1.P.: ... hier wärs vielleicht ... ja es gibt natürlich immer den Zweifel, es muß ja nicht nur als Sizgelegenheit gemeint sein ... das kann ja auch ...
2.P.: ... aber, das war ja auch ne Sitzgelegenheit, warum denn nicht...
1.P.: ... ja klar es war ne Sitzgelegenheit ... ja .. ja .. jetzt bist de ja an dem Punkt „ne Sitzgelegenheit" das is ja das Zeichen für ...
2.P.: ... ach so du meinst jetzt ...
1.P.: ... Kommunikation .... und ...
2.P.: ... ja aber Holzstümpfe... nich irgendwie ... ich hätte ja auch einen Stuhl nehmen können als Zeichen für „sich gegenübersitzen" ...
1.P.: ... ja s`klar ... na ja vielleicht is es nur .... ... ich hab ja selber Kindheitserinnerungen ... eine zeitlang bei meinen Eltern im Garten gab es eben auch so Holzstümpfe auf denen wir als Kinder gesessen haben ( lachend : ) vielleicht hängt das damit zusammen, ich weiß es nicht ...
2.P.: .... ja und ... also wir wollten ... das is ne Arbeit gewesen ... ich wollt ne Installation hier halt aufbauen, und versuchen das hier umzusetzen ne ... was sich auch flankieren kann durch Hinweise auf das tatsächliche Geschehen in Frankreich ... also auf ... man kann ja Hinweise setzen darauf, was da Passiert ist...
1.P.: ... hm .. hm ....
2.P.: ... irgendwie ... also eben unsere Gespräche ...
1.P.: ... ja das is richtig, ich find das ja nur auch so spannend, weil .... bei Oliver ist das ja auch so, daß da Gespräche statt gefunden haben, es gibt eigentlich nur Zeichen dafür, daß sie stattgefunden haben... äm ... und es ist nicht wichtig, was genau stattgefunden hat ... schon richtig ... halt nur die Frage, was man mit der konkreten Erfahrung macht, die man mit den Orten gemacht haben ... steckt ... .... die da noch drin ? ... oder ist die weg ? ...
2.P.: ... das ist natürlich das eigentliche ... äh ... eigentliche Thema der Arbeit gewesen, wie kann man das transportieren ...
1.P.: ...hm ...
2.P.: ... wobei die Qualität der Gespräche, Gespräche als Zeichen für die Qualität der Orte ...
1.P.: ... das is ja im Grund auch ne Projektraumfrage ! ... weil da findet etwas statt ...und es is wieder vergangen ...
2.P.: ... ja, vor allen Dingen is das ... also die .. die ... Projektraumfrage is ja auch , man macht was, was ne Untersuchung is im Grunde - erst mal - und was aber auch schon die Arbeit ist ... also als jetzt ... Behauptung .. das is jetzt schon die Arbeit, so ... die Zeit die uns dann noch .... ... geht es eben über die Dokumentation, was irgendwie .... ich denk ... immer irgendwie .. so das Banalste ... nur das sind ja eben keine ästhetischen Arbeiten für mich, das ist die Dokumentation von irgendwas, also man kann ja auch irgendwas dokumentieren ... Dokumentation hat ja mit Kunst nichts zu tun ...
1.P.: ... ja, ja, eben , das, das geht mir ja auch immer so ...
2.P.: ... das is das Reden über was ...
1.P.: .... ja ...
2.P.: ... so....
1.P.: ... ja, ich denke schon, daß es, ..daß diese .... ich mein, man muß nicht unbedingt die einzelnen Gespräche dokumentieren ... das glaube ich nicht ... also man muß dann so was wie so ne .... äh .... Atmosphäre, die da in der Geschichte entsteht weitertragen können..
2.P.: ...das is ne Haltungssache auch ne ... daß man sagt, das is jetzt ne ästhetische Arbeit ... und zwar nicht der Entstehungsprozess, sondern es ist die Arbeit schon, daß wir jetzt hier sitzen und reden ...

( langes Schweigen )

1.P.:
... richtig, das ist zumindestens die ... die ... die ... die ästhetische ... äh .... Arbeit ... die Arbeit am Werk sozusagen ...
2.P.: ...ja, ist es die Arbeit am Werk, oder ist es das Werk ...
1.P.: ... ja ... das ist halt noch die Frage, also ich mein, wenn du davon .... ( Pause )
2.P.: ..... oder ist es beides gleichzeitig ...
1.P.: ... ja es is ... hm ... ja ... es is jetzt schwierig, also ich mein ... äh ... weil irgendeine Form von Zeigbarkeit, Kommunizierbarkeit willst`de ja haben .... die ... die ... die ... und wenn wir jetzt darüber reden , dann ist es ja auch eine Form von Kommunikation ...
2.P.: .. es ist erst mal unsere jetzt ... jetzt können die Anderen dazu kommen, sich dazu setzen ..
1.P.: ...und zuhören ...
2.P.: …ja und teilnehmen… dann ist das doch konsumierbar, sag ich schon… äh, rezipierbar wollt‘ ich sagen…
1.P.: …hmmmm…
2.P.: …das ist ja ein interessanter Versprecher jetzt… (Lachen)
1.P.: ... ja, das is ... is richtig, ja das ist klar .... es ist schon komisch irgendwie, weil ... ich mein, .... wenn man das glaube ich so über ne Sprache machen will ..... s .. s.. s...is wirklich komisch ..., weil Rolf ja auch im Grunde genommen über ... über ne Form der Sprache Dinge in den Raum stellt und das schafft ... nur, das ist natürlich auch ... ich fid es sehr schwierig, weil ... es is eh ne schwierige Geschichte und man erlebt das halt von ihm , ne .... macht die Erfahrung einer solchen Vorlesung, daß man danach gar nicht mehr genau weiß, was er genau gesagt hat, aber da is so was irgendwie ... und das ... hm ... das is dann ... man merkt, man macht auch ne Form von ner Erfahrung ... sozusagen ... und ..äh .. die .... die nicht an das einzelne Wort gebunden ist ... oder so ... da steht auch eine gewisse Haltung .. so ne Einstellung so im Raum ... aber dieses Vertrauen darin zu haben, daß einem das selber gelingt irgendwie, das finde ich so schwer ...
2.P.: ... vor allen Dingen ist das da genau dieselbe, dasselbe Problem ... also... das was Projektraum is, is ja nicht unbedingt .... da geht`s ja nicht unbedingt nur um Sprache, das is ja noch was anderes ... weil ... man eröffnet ja auch einen Raum ... könnte man ja mal Begegnungsraum sagen, aber das ist ja noch viel mehr ... das is ja auch nur ne Krücke, aber ... trotzdem is ja da die Sache, mit ner Sprache, die jemand redet, finde ich das sehr ähnlich so, ..... entweder konzentriert man sich nur auf das was rüber kommt so, ..dann is es aber noch keine ästhetische Arbeit ... dann is es halt Informationsaustausch so ... oder es ist das Sprechen selber -- ... is aber auch die Frage ... is es jetzt schon ästhetische Arbeit, wenn jemand spricht oder ist das noch irgendwie zu dokumentieren, oder so, .. das ist ja genau dieselbe Frage dann ... und ... weil es is ja auch sofort wieder weg ...
1.P.: ... na ja gut, man kann dann ja auch sagen, also ich mein ... die Musik ist auch sofort wieder weg und da ...
2.P.: ... und vor allen Dingen, wann ist Sprechen ästhetische Arbeit : .. nur dann wenn sie gut ist, also wenn es gut gesprochen , . interessant, . verschlüsselt ... oder kann man auch sagen, daß unser Gespräch jetzt ne ästhetische Arbeit, also ein Kunstwerk ist ? Ist das nicht auch eine Sache der Behauptung und der Haltung ?
1.P.: ... äm ... ja, ich glaube es is ne Frage ... äm ... ob du jetzt einfach nur ... äm .... ............. ich glaub es is ne Frage, ob es eben wirklich auch auf ne gewisse Weise für den Zuhörer dabei etwas erfahrbar wird, oder ob er einfach nur was vermittelt kriegt irgendwie ... äm ... was er jetzt denken soll, oder ob er da auch selber weiter dran denken kann, sozusagen ... weiter ... weiter ... äm .... dran arbeiten kann .... ob wirklich dieses entsteht, daß sich da etwas in den Raum stellt ... äm ... was bei einer künstlerischen Arbeit ja auch der Fall ist, was auf ne gewisse Weise offen ist und durch den Betrachter eben wahrnehmbar ist , . mit sich selber zu verknüpfen is irgendwie, weil es ne verallgemeinerte Form hat und weiterentwickelbar ... äh ... weitermachbar ist...
2.P.: ...d.h. ... lieg ich jetzt falsch, wenn ich das Gefühl hab, daß du glaub ich versuchst zu erklären was Kunst ist ? ... also das ist ja dann die Frage, ab wann ist Kunst Kunst ? ... und damit sofort die Frage, was ist Kunst ?
1.P.: ... ja, ich versuch mir ja grad nur klar zu machen, wann ... wann ... Sprache ne Form sein kann mit der ne künstlerische Arbeit passiert ...
2.P.: ... aber, wann is en Bild ein Kunstwerk und wann is en Bild nur ein Bild - Abbild -- is jedes Foto schon ne ästhetische Arbeit ?....
1.P.: ... nee ...
2.P.: ... ja, aber wann ... so ..?........ das liegt ja auch oft an der Behauptung, weil .... es gibt ja auch Fotos, die ganz klar -- ich denk da jetzt auch an Christianes Arbeit, .. die teilweise dann auch Schnappschüsse macht, wo`s dann z.B. auch um den Kontext geht ...
1.P.: ... ja, aber das funktioniert ja nur dann, wenn du`s innen anderen Rahmen setzt irgendwie, wenn du es ..... da kommt es auf die Präsentation des Wie an, weil sonst funktioniert das nicht, weil sonst hakt das jeder ab unter nen paar schöne Schnappschüsse .....
2.P.: ... es gibt ja auch Sachen, die sind nur dadurch als Kunst erkennbar, daß sie in der Galerie hängen, ne ...
1.P.: .. ja ...
2.P.: ... wenn die woanders hängen würden, dann ... was weiß ich, ist zwar vielleicht auch ein schlechtes Beispiel, aber es gibt schon so Dinge, die ... die .... aus dem Alltag in nen anderen Raum gestellt werden ...
1.P.: ... ja aber, ob .... ja oder vielleicht auch nicht mehr interessant...
2.P.: ...das ist ja eben das, daß es nicht mehr interessant .., weil das kennt man alles, man kann alles zu Kunst erklären ...
1.P.: ... ja und wennman das weiß, daß es auf dem Weg funktioniert .... ja ich mein , .. deswegen stehst du ja davor auch „Gähn, Gähn" so nach dem Motto -- ich habe kapiert -- so, weil .. weil du`s ja ... ähm ... manchmal ... ähm ...
2.P.: ... deswegen finde ich es aber spannend z.B. was in einem anderen Raum zu transportieren, weil das ist im Projektraum noch wirklich spannend, das ist ähnlich, wie so readymade .... kann man manchmal ... denkt man manchmal, daß man sich da hinsetzt und miteinander spricht und behauptet das sei jetzt künstlerische Arbeit....
1.P.: ...hmmmmmm ...
2.P.: ... aber das ist was anderes als etwas in die Galerie hängen ...
1.P.: ... nein, das finde ich auch nicht das Problem, also das ist eigentlich eher die Frage ... ähm .... kommen die Leute zu mehr als einfach zu der Tatsache : ah ja, wir treffen uns so, und was ist dann, ..also wir treffen uns, ach ja wie schön und so und den mag ich ganz gerne und den mag ich nicht so gerne und dessen Arbeit mag ich lieber, den mag ich nicht .. . dessen mag ich nicht so .... ähm ... ach und wir machen morgen das und das ... äh ... ich meine auch sonst wann ..... also .... erleben die Leute mehr dadurch, also passiert was anderes, oder .. oder ... auch wenn ich über künstlerische Fragen rede oder so, wenn so ein Gespräch aufkommt .. so ... abendes an der bar, oder so .. ähm .... ich mein .... ja ich mein .. so`n ... so`n Gespräch, ab wann wird das einfach halt ..... na .. jetzt krieg ich es nicht mehr zusammen .....
2.P.: ..was du .. du da angesprochen hast, ist ja für mich die Frage nach dem Mehrwert, ne... in der Kunst, ist ein Gespräch einfach ein banales Gespräch, wo es einfach nur um das Gespräch an sich geht, das auf jeder Parkbank stattfindet oder in jeder U-Bahn oder sonst wo, .. oder ist es das „wir behaupten es sei jetzt Kunst" und was ist da dann jetzt anders den an dem Gespräch ..... aber das ist ... ähm ... ja und jetzt denkt man erst mal einen Moment lang, vielleicht ist da gar nichts anders und trotzdem, das ist ja gerade die Untersuchung ...... das Spannende ist ja, daß sich ja zeigt, daß es eben in der Zeit. Also über einen längeren Zeitraum, also in der Wiederholung z.B. doch einen Mehrwert gibt ..... es bleibt irgendetwas übrig an dieser Geschichte ..... die das Ganze funktionieren läßt. ....... nur kann ich das auch noch nicht sagen was das ist . .....und dadurch ist es natürlich überhaupt auch nur spannend, daß man überhaupt nicht ... nicht ... ... wodran liegt denn das eigentlich oder was ... was ....... aber es passiert was ....
1.P.: ... na ja gut und das ist ja vielleicht auch das was Rolf mit Erlebnis beschreibt, hat er ja in Bremen getan ....
2.P.: .... nee, das würde ja das beschreiben , was der .... was der Moment ist, was den Moment aus macht .... ich glaube ich würde sogar nur sagen : .. in dem kleinen Moment , wo wir uns z.B. als Projektraum treffen würden, ein Gespräch machen ... und jetzt sagen „das is ne Ausstellung", das haben wir ja mal gemacht ....
1.P.: ... na ja gut, ich mein es is ....
2.P.: ....es ist in dem Moment vielleicht nichts anderes, als an anderen Gesprächen, außer, daß die Behauptung darüber schwebt irgendwie, daß das jetzt anders sei ....
1.P.: ... ja aber dann arbeitest du ja auch ...
2.P.: ... aber dadurch ist es ja schon anders ...
1.P.: ... ja gut, aber da ... das ist richtig ...
2.P.: ...und das ist aber denn diese Bewegung, dieser Mehrwert, der ist so dünn , daß der unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt, .. das behaupte ich, aber dadurch, daß man das ein Jahr lang immer wieder tut und immer wieder das behauptet, .. so wie wir das im Projektraum ja auch getan haben... , daß diese Schicht, daß die sich multipliziert , und daß die immer dicker wird und daß wir jetzt an einem Zeitpunkt sind wo der Projektraum als Kunst auch anfängt wahrgenommen zu werden ....
1.P.: .... hm .... hm ......
2.P.: .... wo die Leute, also aber auch ganz wage nur, so ..... aber wo ich auch behaupte, wenn wir das jetzt noch ein Jahr machen, dann wird diese Schicht immer dicker und vielleicht lohnt sich das, weil wir, je dicker die wird, die vielleicht auch greifen können ... vielleicht, daß man selbst irgendwann kapiert was es überhaupt ist ... dann kann man vielleicht auch anders, oder schneller, oder direkter, herbeiführen .... das ist wie ne Patina, die immer dicker wird, so was irgendwie ....
1.P.: ...... hm ... hm ....
2.P.: ... hi Björn , wir machen gerade Kunst ....
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